Anzeige
27. August 2016
Kontakt Impressum  
 

Ausgesuchte Osteologie-Links:

 

DGN.de

 

journalMED.de

 

Netzwerk-
Osteoporose.de

 

Osteoporose.com

 

Osteoporose-
Deutschland.de

 

Wikipedia.de

 

L e r n e n – W i s s e n – K o m p e t e n z e r w e r b e n

Von Karin G. Mertel

Gemeinsame Lernprozesse werden unumgänglich. Die Erschließung neuer Möglichkeiten erfordern neue Kreativität, denn der Status quo ist nicht dazu geeignet, die Zukunft zu sichern. Mit bewährten kurzfristigen Strategien Problemlagen zu verändern, wird oft nur sehr kurzfristig gelingen. Die Schlüsselfrage lautet also nicht: „Was müssen wir anders machen?“, sondern „Wie können wir lernen zu lernen?“

Die „Information“ und das „gewusst wie“ ist das kostbarste Kapital unserer Gesellschaft. Lebenslanges Lernen umfasst alle Menschen- in allen beruflichen Positionen - in jedem Alter und zu jeder Zeit.

Das Netzwerk-Osteoporose definiert Lernen als konstruktives, kreatives und innovatives Verarbeiten von Informationen und Erfahrungen zum Erwerb von Wissen, Kenntnissen, Meinungen und Kompetenzen. Wir sind jedoch sicher, Wissen erhält erst dann seinen Wert, wenn es kommuniziert und angewendet wird. Nur durch die Weitergabe an Andere macht es sich bezahlt. Diese Thesen treffen sowohl auf die absoluten Fachexperten , als auch auf uns Patienten zu.

Lernfähig werden ist eine Kunst: Besonders Patienten können sich zunächst nur schwer mit dem Gedanken anfreunden, dass sie wieder Lernende sein sollen. Aber ohne die Bereitschaft zu lernen und das Erlernte umzusetzen besteht kaum eine Möglichkeit zur Veränderung. Neues Wissen kann dazu führen, dass Überzeugungen und Prinzipien revidiert werden und Zielsetzungen korrigiert und ggf. auch neu formuliert werden müssen.

Wenn der Wind der Veränderung weht,
bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.

(Chinesisches Sprichwort)

So lässt sich das Verhältnis zwischen Ärzten und Patienten zur Zeit gut beschreiben!
Insbesondere nehmen Patienten deutlich wahr, dass Kosten für Diagnose, Therapie und begleitende Maßnahmen seit längerer Zeit massiv eingeschränkt werden. Weiterhin stellen wir Patienten fest, dass Rahmenbedingungen und die Bereitschaft zur Umsetzung kaum vorhanden sind, um echte Partizipation, Mitbestimmung und Entscheidungsmöglichkeit auf gleicher Augenhöhe durchzuführen.

Jedoch gibt es Ausnahmen, die, so hoffen wir, Schule machen werden!
Zwei Beispiele möchte ich an dieser Stelle beschreiben:

  1. Die Teilnahme von Patientenvertreter/innen des 1. Europäischen Schmerzkongresses in München auf Einladung des Veranstalters IGOST im Mai 2007 in München
    (Siehe Berichterstattung ). Hier konnten Ärzte und Patienten miteinander aus erster Hand medizinische Informationen erhalten, die unser Wissen und Kenntnisse Thema Schmerz erweitert hat. An dieser Stelle nochmals unseren Dank dafür!

  2. Die Gruppenleiter/innen-Schulung für Osteoporose-Selbsthilfegruppen. Mit großem Elan und Wissbegier haben 60 Teilnehmer die Netzwerk-Osteoporose e.V. Fortbildung, innerhalb der letzten 16 Monaten, absolviert. Die vielen Dankschreiben nach Beendigung der Fortbildung geben Auskunft darüber, dass neben der Wissensvermittlung und Wissenserweiterung auch Spaß und Freude und vor allem auch Gemeinschaftssinn die tragenden Elemente waren. Lernen unter veränderten Bedingungen des Alters dient sicher auch der persönlichen Zufriedenheit und zielt auch darauf Selbstbewusstsein zu stärken und die Befähigung zu erreichen, anderen Menschen helfen zu können.


Kompetente Ärzte – für kompetente Patienten

Der Begriff „Kompetenter Patient“ geht über den Begriff des mündigen Patienten hinaus. Patienten wollen seriös und umfassend informiert werden um medizinisches Handeln zu verstehen, mitentscheiden oder noch besser mit dem behandelnden Arzt den persönlichen Therapieplan erstellen zu können.

Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung in kontrollierten Studien belegen, dass Patientenbeteiligung bei Behandlungsentscheidungen die gemeinsam getroffen wurden, eine verbesserte Therapietreue, höhere Behandlungserfolge und eine größere Patientenzufriedenheit nachgewiesen konnten.

Wenn unsere Politiker den informierten Patienten will – dann müssen Patienten ausreichend informiert werden! Auch wenn das bisweilen unbequem erscheint.

Die Zwei-Klassen-Medizin ist heute bereits dort zu erkennen, wo die Patienten über unterschiedlich gute Informationen verfügen.

Nach wie vor besteht ein großer Informationsbedarf. Laut den Ergebnissen des Zentrum für Sozialpolitik in Bremen informieren sich immerhin 67 % aller Patienten vor oder nach einem Arztbesuch per Internet über ihre Krankheiten. Mehr als 18 % macht dies sogar regelmäßig.
Mehr als 50 % diagnostizieren ihr Leiden selbst mit Hilfe der Informationen aus dem Internet vor dem Arztbesuch.

Insofern befinden wir uns bereits mitten im Entwicklungsprozess von konsumierenden Patienten hin zu kritisch-rational handelnden Patienten. Dieser Lernprozess der Patientenstärkung ist eine wesentliche Voraussetzung, um auf Dauer eine Verbesserung und Effektivität des Gesundheitswesens und die Lebensqualität jedes einzelnen Patienten sichern zu können.

Was lernen Patienten daraus?
Was sind die Hindernisse, ausreichend Informationen zu erhalten?


„Der Versicherte versteht das Gesundheitswesen nicht mehr so wie früher“ ist der GDVP-Vorsitzende Prof. Armin Candidus überzeugt. „ Früher habe die Krankenversicherungskarte ausgereicht um das Notwendige zu erhalten, heute dagegen werde scheibchenweise – ohne viel Erläuterung – rationiert. Außerdem werden während der Behandlung Patienten nicht genügend aufgeklärt.

„Aus Zeitmangel des Arztes und weil die entsprechende Vergütung für diese Aufklärung fehle. Die führe zu einer weit verbreiteten Verunsicherung“, sagt Candidus gegenüber Doc Check. „Den enormen Informationsbedarf können Ärzte nicht befriedigen, vor allem nicht ohne Vergütung“, betont der Vorsitzende des Hartmannbundes Dr. Kuno Winn.

Wir bemerken, es fehlt auch an den entsprechenden Rahmenbedingungen von Seiten der Politik. Bedenken wir auch, dass das Thema Sozialkompetenz noch immer ein Stiefkind der ärztlichen Ausbildung ist und angesichts des steigenden Beratungsbedarfs ein Defizit an Beratungs- und Informationsangeboten entstanden ist. Freuen wir uns darüber, dass dennoch einige Ärzte nach Wegen suchen, ihre Patienten ganzheitlicher zu betreuen. „Allerdings sind Allianzen z. B. von Ärzten und Apotheken zur Umfassenden Patientenbetreuung noch nicht an der Tagesordnung.Das Verhältnis der Berufsgruppen ist noch derart von Vorurteilen belastet, dass allein die Idee einer engeren Kooperation nicht emotionsfrei diskutiert werden kann.“ (Zitat Deutsches Ärzteblatt)

Die Auswirkung des Werbeverbotes für verschreibungspflichtige Arzneimittel
trifft die defizitäre Informationspolitik von Seiten des Staates auf den Punkt. Wie anders, als an Hand auch von med. Studien sollen sich Patienten informieren ?
Dabei ist es für Laien überaus schwierig z. B. auch die Medienberichterstattung zu analysieren und seriöse Berichterstattung zu erkennen.
Wenn in einer Demokratie und Marktwirtschaft entschieden wird, der Bevölkerung wissenschaftlich fundierte Informationen zur gesundheitlichen Versorgung nicht zur Verfügung zu stellen, dann muss es dafür wichtige Gründe geben, die in jedem Fall Patienten zu Spekulationen veranlasst.

Weiterbildungspflicht für Ärzte

Auch Ärzte müssen sich weiterbilden. Jeder Mediziner ist verpflichtet, eine Mindestzahl von Fortbildungsstunden nachzuweisen. „Die Halbwertzeit medizinischen Wissens beträgt nur fünf Jahre, danach müssen die Mediziner die Hälfte ihres Wissens ersetzt und aktualisiert haben“, sagt Edmund Neugebauer, Vorsitzender des Deutschen Netzwerks für evidenzbasierte Medizin.

Die Politik fordert Leitlinien – ist jedoch nicht bereit, diese angemessen zu fördern.

Die medizinischen Leitlinien für Osteoporose des DVO sind auf der Grundlage hochwertiger Studien erstellt, die von allen osteologischen Fachgesellschaften akzeptiert sind.

Für den behandelnden Arzt sollten, nach Meinung des Netzwerk-Osteoporose e.V.,
diese Leitlinien verbindlich sein.
Viel Mühe, Arbeitszeit und Geld wurden investiert und wird weiterhin zur ständigen Überarbeitung benötigt. Denn gute Leitlinieren müssen ständig überarbeitet werden, da Forschung – Gott sei Dank – stetig weiter betrieben wird.

Die Osteoporose-Patientenleitlinien wurden vom DVO und DOP gemeinsam erstellt. Dadurch können Arzt und Patient sich nunmehr auf gleicher Augenhöhe verständigen. Denn nur gut informierte Patienten können beurteilen, ob sich behandelnde Ärzte an die wissenschaftlichen Grundregeln der Behandlung halten.
Immer noch gehen die Meinungen darüber auseinander, wie verbindlich Leitlinien sein sollen und wie frei Ärzte sind , Behandlungen nach ihrem Verständnis durchführen zu können. Eine aufschlussreiche Antwort weiß Prof. Ollenschläger, Chef des ÄZQ: „Therapiefreiheit ist umgekehrt nicht die Freiheit der Beliebigkeit. Ich muss als Arzt über den Stand des Wissens informiert sein, übrigens auch als Alternativmediziner.“
Auf der Grundlage gemeinsamer Osteoporose-Leitlinien und der Bereitschaft von allen Seiten Lernen und Kompetenzentwicklung als Chance zu begreifen, zu akzeptieren und zu favorisieren, werden Therapieerfolge und Zufriedenheit der Partner im Gesundheitswesen künftig am besten erreicht werden können.

Wie können wir also den besten Arzt für kompetente Patienten erkennen ?
Es ist nicht der ältere erfahrene Arzt, der lateinisch spricht.
Es ist nicht der jüngere dynamische Arzt, der englisch spricht.
Sondern - es ist der gute Arzt, der die Sprache seiner Patienten spricht.
(Zitat Prof. Ursula Lehr)

Quelle: Netzwerk Osteoporose

zurück zur Startseite
zurück zu den News